Wie GNTM Jahrzehnte an Emanzipation in einer Show zerstörte

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Showbühne - Symbolbild

Um es mit den Worten eines “Meedchens” aus Heidis Riege zu sagen, auf das Mutti und Papi heute ganz sicher sehr stolz sind: „Yes, Yes, Yes! The whole world is gonna see my Tittys!”.

Gestern wurden Jahrzehnte an Feminismus, Girl Power und Emanzipation binnen weniger Minuten in die Tonne geklopft. Der Grund? Eine GNTM Challenge, in deren Zusammenhang die Kandidatinnen nackt (ja, okay, im hautfarbenen Schlübber und mit Nippelpflastern) und nur mit ein wenig Schaum gedeckt über den Laufsteg schweben mussten.

Zuschauer, die zu geizig für den Playboy sind, dürfte es gefreut haben. Und tausende Mädels bekamen einmal mehr ein falsches Bild vom Modelbusiness vermittelt.

Realistisch? Nein! Aber dafür Entertainment!

Und darauf scheint es bei Germanys Topmodel anzukommen. Egal, ob auf Rollschuhen mit Hund an der Leine oder im „Schaumkleid“: darüber, dass echte Models eher mit weniger aufreibenden Shootings betraut werden, muss man sicher nicht diskutieren.

Doch geht es eigentlich noch ernsthaft darum, ein neues GNTM zu finden? Oder geht es um Effekthascherei?

Muss ein Teenager oder ein Twen sein Selbstbewusstsein unter Beweis stellen, indem fast nackt vor einem Millionenpublikum posiert wird?

„Sie läuft genauso stark nackt, wie sie angezogen läuft.“ (Heidi Klum)

Ja, und nun?

Die gestrige Folge hat einmal mehr gezeigt, dass (leider) viele Mädchen so gut wie alles für ihren „Erfolg“ (wie lange dieser auch anhalten möge) tun würden.

Gleichzeitig mangelt es auch den Machern offensichtlich an Verantwortungsgefühl. Hauptsache, die Quote stimmt, oder? Schade. In vielerlei Hinsicht. Einmal, weil die aktuellen Kandidatinnen auf den Zug aufspringen und einmal, weil Heidis zukünftige Models es offensichtlich als „normal“ erachten, ohne Kleidung zu laufen. By the way: ist es nicht der Sinn einer Modenschau, KLEIDUNG zu zeigen?

Absolutes Highlight eines Walks: ein „Schaumhut“.

„Ah gut! Sie hat auch mal was auf’m Kopf!“ freut sich die Muddi aller Models. Ja, Heidi. Aber hätte sie in diesem Moment mehr IM Kopf gehabt, hätte sie diese Challenge sicher ausgelassen.

Liebst,

Conny

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