KI braucht mehr Transparenz

von Cornelia Wilhelm | Juli 24, 2026

musik_symbolbild/ Adobe Stock abstract

musik_symbolbild/ Adobe Stock abstract

niveau-texterQuelle: niveau-klatsch

Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Inhalte entstehen. Texte, Bilder und Musik lassen sich heute innerhalb weniger Minuten erstellen. Das spart Zeit und eröffnet neue Möglichkeiten. Gleichzeitig wächst aber auch ein Problem, das mittlerweile immer mehr in den Fokus rückt: Oft ist überhaupt nicht mehr erkennbar, ob ein Mensch oder eine KI hinter einem Werk steckt.

Genau deshalb sind klare Kennzeichnungen längst überfällig. Wer Musik hört oder einen Artikel liest, sollte nachvollziehen können, wie dieser Inhalt entstanden ist. Eben weil Transparenz eine Voraussetzung für Vertrauen ist.

Die Musikbranche setzt ein wichtiges Zeichen

Dass dieses Thema inzwischen auch die Musikindustrie beschäftigt, überrascht kaum. Künftig soll zwischen „KI-generiert“ und „KI-unterstützt“ unterschieden werden. Das mag auf den ersten Blick nach einem kleinen Detail klingen. Tatsächlich macht diese Unterscheidung jedoch einen erheblichen Unterschied.

Ein Song, der vollständig von einer KI erstellt wurde, ist etwas anderes als ein Werk, bei dem künstliche Intelligenz lediglich als Hilfsmittel eingesetzt wurde. Abgesehen davon, dass es auch tatsächlich noch Künstler zu heben scheint, die ausschließlich auf ihr eigenes Handwerk vertrauen. Verrückt!

Wie auch immer: Die geplanten Labels sollen genau die Transparenz schaffen, die bislang gefehlt hat. Zumindest dann, wenn sie ehrlich genutzt werden. Versteht mich nicht falsch. Ich glaube an das Gute im Menschen. Und trotzdem bin ich mir relativ sicher, dass sich auch in Zukunft viele mit einem „selbstgeschriebenen Song“ rühmen werden, der auf den zweiten, vielleicht auch auf den ersten Blick dann doch weniger DIY ist als angegeben.

Ein offener Umgang schafft Vertrauen… und trennt die Spreu vom Weizen

Die Diskussion sollte, meiner Meinung nach, allerdings nicht auf Musik beschränkt bleiben. Auch Bilder, Videos oder Texte entstehen heute häufig mit Unterstützung künstlicher Intelligenz. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Problematisch wird es erst dann, wenn der Eindruck entsteht, ein Inhalt sei vollständig von Menschen geschaffen worden, obwohl das nicht der Realität entspricht. Inwieweit die Kennzeichnungspflicht, die in ein paar Tagen gelten soll, hier Abhilfe schafft, bleibt abzuwarten. Viele, die einen Prompt in „Chatty“ kloppen und sich danach rühmen, den „besten Text“ ever „in einer Zeit, in der…“ geschrieben zu haben, dürften dies auch in Zukunft tun. Umso wichtiger ist es, ein Umgehen der neuen Pflichten zu ahnden.

Je leistungsfähiger KI wird, desto relevanter wird Ehrlichkeit im Umgang mit ihr. Klare Kennzeichnungen geben Nutzern die Möglichkeit, Inhalte besser einzuordnen und selbst zu entscheiden, was sie konsumieren möchten.

Ich persönlich habe immer mehr den Eindruck, dass der „große Hype“ vorbei ist. Mittlerweile dümpelt im Netz der größte KI-Müll unter Gottes weiter Sonne vor sich herum. Lieder über Timmy, den Wal, der „es sich nicht ausgesucht“ hat, Deepfakes und Texte, bei denen sich mir als studierte Germanistin die Nackenhaare aufstellen.

Aber wir bleiben optimistisch und hoffen, dass sich am Ende Leser und Hörer mehr wert sind und dementsprechend überlegen, was sie konsumieren möchten und was nicht. Das Angebot bestimmt die Nachfrage und so.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner