Wer sagt eigentlich, dass man für echtes Urlaubsgefühl weit wegfahren muss? Wir waren an der Sechs-Seen-Platte in Duisburg – und nach diesem Ausflug steht fest: Der Ruhrpott kann Natur. Und zwar richtig gut.
Schon beim Ankommen merkt man sofort, dass hier vieles zusammenkommt. Waldgeruch, Wasser, irgendwo ein bellender Hund, Pferdehufe auf dem Weg, Jogger mit Kopfhörern und Tunnelblick, Familien mit Kindern, Oma und Opa im Schlepptau. Alles gleichzeitig. Und wir mittendrin, wie so oft.
Zwischen Idylle und Ausflugsbetrieb
Genau diese Gegensätze machen den Reiz der Sechs-Seen-Platte aus. Auf der einen Seite: ruhiges Wasser, Schilf im Wind, Enten, die völlig unbeeindruckt ihre Runden ziehen. Ein paar Meter weiter dann das volle Ausflugsleben. Läufer vergleichen ihre Sportuhren, Hundebesitzer suchen den perfekten Spot fürs nächste Foto (oder werfen zum gefühlt zwanzigsten Mal den Ball), andere sitzen entspannt auf den Bänken und lassen einfach die Zeit laufen.
Trotzdem wirkt nichts hektisch. Alles fühlt sich angenehm entspannt an – perfekt für einen spontanen Abstecher ins Grüne.
Auto abgestellt – und los Richtung Aussicht
Wir haben uns für den klassischen Rundweg entschieden, mit dem Ziel, am Ende noch zur Aussichtsplattform hochzugehen. „Rundweg“ klingt harmlos, endet aber erfahrungsgemäß schnell in einem dieser typischen: Ach komm, den Weg nehmen wir jetzt auch noch-Momente.
Die Wege ziehen sich, die Seen kommen schneller, als man denkt – und plötzlich ist man weiter draußen, als geplant. Aber genau das ist das Schöne daran: Für einen Moment vergisst man komplett, dass man eigentlich noch in Duisburg ist. Statt Straßenlärm gibt’s Vogelgezwitscher, Wasserplätschern und dieses seltene Gefühl von Entschleunigung. Nebenwirkung: Man bleibt öfter stehen, als man wollte. Einfach, weil es gut tut.
Unser Fazit
Die Sechs-Seen-Platte ist längst kein Geheimtipp mehr – und das ist völlig okay. Sie braucht keinen Filter, kein großes Tamtam… und ist wahrscheinlich gerade deswegen auch so beliebt. Das Licht sorgt (zumindest an Schönwetter-Tagen wie gestern) ganz von allein für gute Laune und schöne Bilder.
Es ist ein Ort zum Abschalten, zum Quatschen, zum Schweigen, zum Beobachten. Für einen kurzen Spaziergang oder einen langen Nachmittag. Für spontan oder geplant. Wir waren da und würden jederzeit wiederkommen. Nicht nur im Winter.
Denn manchmal liegt das Gute wirklich näher, als man denkt. Und hin und wieder überrascht Duisburg dann doch.
Kleiner Hinweis am Rand: Die Anfahrt ändert sich aktuell durch ein Neubaugebiet immer mal wieder – also lieber vorher kurz checken.


