Endlich solo: Flea tauscht Bass gegen Trompete und erfüllt sich einen Lebenstraum

von | Jan. 15, 2026

Jazz statt Stadionrock: Flea veröffentlicht erstes Soloalbum Honora/ Foto: Gus van Sant

Jazz statt Stadionrock: Flea veröffentlicht erstes Soloalbum Honora/ Foto: Gus van Sant

niveau-texter

Fast 50 Jahre lang war er der Mann mit dem Bass, der Funk, Punk und Rockgeschichte geschrieben hat. Jetzt macht Flea endlich das, worauf viele insgeheim gewartet haben: Er wird solo. Am 27. März 2026 erscheint mit „Honora“ sein erstes offizielles Soloalbum bei Nonesuch Records – und das ist alles, nur kein Chili-Peppers-Nebenprojekt.

Denn Flea kehrt dorthin zurück, wo für ihn alles begann: Jazz, Improvisation, Trompete. Kein Stadion-Gedröhne, kein Slap-Bass-Gewitter – sondern Herz, Tiefe und musikalische Offenheit. Der erste Vorgeschmack? „Traffic Lights“, gemeinsam geschrieben mit Thom Yorke und Josh Johnson, ist ab sofort draußen. Und ja: Man hört sofort, dass hier große Seelen am Werk sind.

Im Mai geht Flea mit der Honora Band auf Tour – bewusst klein, bewusst intim. Keine Arenen, sondern ausgewählte Venues für Menschen, die wirklich zuhören wollen. Deutschland darf sich über Berlin, 21. Mai (Heimathafen) freuen.
Der EU/UK Pre-Sale startet am 20. Januar um 10 Uhr, der offizielle Vorverkauf am 23. Januar, ebenfalls um 10 Uhr Ortszeit. Schnell sein dürfte Pflicht sein.

Der Albumtitel „Honora“ ist eine Herzensangelegenheit – benannt nach einem geliebten Familienmitglied. Flea hat sämtliche Songs komponiert und arrangiert, spielt Trompete und Bass und hat sich dafür eine Jazz-All-Star-Formation zusammengestellt, die selbst Szenekenner kurz schlucken lässt:
Produzent und Saxofonist Josh Johnson, Gitarrist Jeff Parker, Bassistin Anna Butterss und Schlagzeug-Magier Deantoni Parks.

Als wäre das nicht schon genug, greifen auch Thom Yorke und Nick Cave zum Mikro. Dazu kommen u. a. Mauro Refosco (Atoms for Peace, David Byrne) und Nate Walcott (Bright Eyes). Auf dem Album: sechs Eigenkompositionen sowie Neuinterpretationen von Songs von George Clinton & Eddie Hazel, Jimmy Webb, Frank Ocean, Shea Taylor und Ann Ronell. Anspruchsvoll? Ja. Elitär? Nein. Emotional? Absolut.

Über „Traffic Lights“ erzählt Flea ganz offen, wie organisch alles entstanden ist: Ein Jam mit Deantoni Parks, ein Gefühl von Atoms for Peace, eine spontane Nachricht an Thom Yorke – und zack, war da dieser Song über das Leben in einer „upside-down“-Welt, irgendwo zwischen Fake, Realität und persönlichem Überleben.
Und Thom? Wurde gefeiert, geliebt und mit Flea-typischer Wortwahl als „herzlichster, free-flowing, jamming Motherf*cker“ geadelt.

Dass Flea heute Jazz macht, ist eigentlich nur konsequent. Schon als Kind saß er im Wohnzimmer, während Freunde der Familie Live-Jazz spielten. Bebop, Chaos, Wärme, Gemeinschaft. „Boom“, sagt Flea – da wusste er, dass es mehr gibt als Mittelmaß und Kleingeistigkeit. Musik, Sport und Natur wurden seine heilige Dreifaltigkeit.

Der Traum, eines Tages wie Dizzy Gillespie, Miles Davis oder Clifford Brown zu spielen, wich bekanntlich einer anderen Karriere, als ihn Hillel Slovak mit 16 an den Bass holte – der Rest ist Rockgeschichte mit den Red Hot Chili Peppers.

Und trotzdem: Honora war für Flea ein Sprung ins Ungewisse. Die Angst, von echten Jazzgrößen als Poser entlarvt zu werden, saß tief. Am Ende wurde sie ersetzt durch Dankbarkeit, Euphorie und dieses Gefühl, das man nur kennt, wenn alles stimmt:
„Ich vibrierte, war high und schwebte durchs Studio“, sagt er. „Ich liebe sie. Ich verbeuge mich tief.“

Kurz gesagt: Flea ist angekommen. Nicht als Rockstar, nicht als Legende – sondern als Musiker. Und genau deshalb fühlt sich Honora so besonders an.

Termin: Berlin-Show am 21. Mai im Heimathafen

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner