Unser Besuch bei der aktuellen Tour „Gamechanger“ von Bastian Bielendorfer war vor allem eines: extrem witzig. Schon der Einstieg sorgte für Lacher, denn wie der Titel vermuten lässt, geht es um die Dinge im Leben, die alles verändern. Bielendorfer spannt dabei einen herrlich absurden Bogen. Von Künstlicher Intelligenz bis hin zur eigenen Ehe ist eigentlich alles dabei.
Gleich zu Beginn erzählt er, dass sogar der Introsong der Show mithilfe von KI erstellt wurde. Natürlich bleibt es nicht bei einer nüchternen Feststellung. Vielmehr seziert er mit seinem typischen, selbstironischen Humor die Vorstellung, dass Maschinen plötzlich kreativ sind, während er selbst auf der Bühne steht und beweist, dass menschlicher Humor eben doch unschlagbar ist.
Mindestens genauso unterhaltsam sind seine Anekdoten über seine Frau, die er ebenfalls als persönlichen „Gamechanger“ bezeichnet. Zwischen liebevollen Spitzen und schonungsloser Ehrlichkeit entsteht eine Dynamik, in der man sich als Zuschauer erschreckend oft selbst wiedererkennt.
Ein Blick auf die Gamechanger des Publikums
Besonders individuell wird der Abend in der Pause. Bielendorfer bittet das Publikum, die eigenen „Gamechanger“-Momente auf Zettel zu schreiben und abzugeben. Was zunächst harmlos klingt, entwickelt sich im zweiten Teil der Show zu einem wahren Feuerwerk an Improvisation.
Er zieht einige der Zettel heraus und arbeitet sie spontan ab. Schlagfertig, treffsicher und mit genau dem richtigen Maß an Übertreibung. Bei uns im Publikum war unter anderem eine Testamentsvollstreckerin, die von einem eher ungewöhnlichen Fund berichtete: der umfangreichen Porno-Sammlung eines Verstorbenen in dessen Wohnung. Spätestens hier blieb kein Auge trocken.
Was den Abend jedoch besonders macht, ist Bielendorfers ständige Interaktion mit den Anwesenden. Er spielt mit Zwischenrufen, stellt Fragen und bindet Menschen aktiv ein. Dadurch fühlt sich die Show nicht wie ein einstudiertes Programm an, sondern wie ein gemeinsames Erlebnis. Und genau deswegen ost es sicherlich nicht übertrieben, zu behaupten, dass am Ende jede Show ein kleines Unikat ist.


