Grüne Woche 2026 in Berlin: Besucherrekord zum Jubiläum

von | Jan. 25, 2026

Grüne Woche Berlin 2026/ Foto: niveau-klatsch.com

Grüne Woche Berlin 2026/ Foto: niveau-klatsch.com

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Was für ein Auftritt: Die Grüne Woche hat zu ihrem Jubiläum alle Erwartungen gesprengt – und gleich mal gezeigt, dass sie auch nach einem Jahrhundert nichts von ihrer Strahlkraft verloren hat. Rund 350.000 Besucherinnen und Besucher strömten auf das Berliner Messegelände, satte 40.000 mehr als im Vorjahr. Berlin wurde zehn Tage lang zum Hotspot für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau – und zum Schaulaufen der politischen Prominenz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete persönlich, Bundeskanzler Friedrich Merz ließ sich die Messe nicht entgehen, gleich sieben Bundesminister:innen sowie zahlreiche Ministerpräsident:innen gaben sich die Klinke in die Hand. So viel politische Aufmerksamkeit sieht man selbst in Berlin nicht alle Tage.

Schlemmen, staunen, diskutieren

Zwischen regionalen Klassikern, internationalen Spezialitäten und neuen Food-Trends nutzten die Gäste die Jubiläumsausgabe, um sich über die Zukunft der Ernährung zu informieren. Rund 1.600 Aussteller aus über 50 Ländern präsentierten ihre Ideen – von traditionellen Delikatessen über vegane Alternativen bis hin zu zuckerreduzierten Konzepten. Partnerland Mecklenburg-Vorpommern setzte dabei kulinarisch wie touristisch starke Akzente und zeigte, was der Norden alles kann.

Doch es ging längst nicht nur ums Genießen: Themen wie Ernährungssicherung, Nachhaltigkeit, Tierwohl, Wasserresilienz und technologische Innovationen standen im Fokus. Die Sonderschau zur Geschichte der Grünen Woche schlug dabei elegant die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft – ein Jahrhundert Wandel, zum Anfassen.

Messe-Chef Dr. Mario Tobias zeigte sich begeistert vom Andrang und der Stimmung: Die Grüne Woche sei mehr denn je der Treffpunkt, an dem Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkommen. Der Erfolg, so Tobias, sei das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen von Ausstellern, Partnern, Bundesländern und nicht zuletzt des Publikums.

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Politik zum Anfassen

Die Grüne Woche bestätigte auch 2026 ihren Ruf als politisches Pflichtprogramm zum Jahresbeginn. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer nutzte die Messe intensiv für Gespräche und machte deutlich, dass „Made in Germany“ in der Land- und Ernährungswirtschaft weiterhin ein starkes internationales Versprechen ist. Der Austausch auf Augenhöhe sei entscheidend, so Rainer – und genau dafür biete die Grüne Woche die richtige Bühne.

Neben dem Landwirtschaftsministerium waren auch das Umwelt- und das Entwicklungsministerium mit eigenen Auftritten vertreten. Insgesamt kamen sieben Bundesminister:innen direkt mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Ergänzt wurde das politische Gipfeltreffen durch zahlreiche Ministerpräsident:innen – allen voran Manuela Schwesig, deren Bundesland Mecklenburg-Vorpommern als Partner den offiziellen Auftakt gestaltete.

Auch international war die Messe hochkarätig besetzt: EU-Kommissare, Botschafterinnen und Diplomaten nutzten die Grüne Woche als Plattform für Austausch über Landwirtschaft, Ernährung und Handel.

Global denken, lokal handeln

Ein fester Bestandteil des politischen Programms war erneut das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Unter dem Motto „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“ diskutierten rund 2.000 Expert:innen über die großen Herausforderungen der Branche. Höhepunkt war die Berliner Agrarministerkonferenz mit Vertreter:innen aus 61 Staaten, die sich auf gemeinsame Leitlinien zur nachhaltigen Wassernutzung und zum Schutz von Ökosystemen verständigten.

Branche zufrieden, Zukunft im Blick

Auch wirtschaftlich zog die Messe eine positive Bilanz. Bauernverband, Ernährungsindustrie und Lebensmitteleinzelhandel nutzten die Grüne Woche intensiv für Gespräche. Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und sinkende Erzeugerpreise bestimmten viele Diskussionen.

Gleichzeitig zeigte sich die Messe als Ideenschmiede für morgen: Bei den Startup-Days präsentierten junge Unternehmen neue Lösungen – von KI-gestützter Lagertechnik bis zu alternativen Proteinquellen. Bewusste, nachhaltige Ernährung war ein klarer Trend, sichtbar in Themenwelten mit zuckerfreien Produkten, pflanzlichen Snacks und fermentierten Getränken.

Publikumsliebling mit Wirtschaftseffekt

Für das Publikum bot die Messe ein Erlebnis der Extraklasse: 13 Bundesländer, internationale Aussteller, eine Blumenhalle im Stil der Goldenen Zwanziger, eine vergrößerte Bio-Halle, Tier-Highlights und spezielle Angebote für junge Besucherinnen und Besucher. Über 30 eigens entwickelte Jubiläumsprodukte rundeten das Angebot ab.

Auch wirtschaftlich lohnte sich das Großereignis: Mehr als 1.100 Reisebusse brachten Gäste nach Berlin, die durchschnittlich rund 150 Euro pro Kopf ausgaben – ein spürbarer Impuls für Hotellerie, Gastronomie und Handel. Medien aus 21 Ländern berichteten, Influencer sorgten zusätzlich für Reichweite in den sozialen Netzwerken.

Fazit: Alle wollen wiederkommen

Über 90 Prozent der Befragten zeigten sich hochzufrieden und würden die Grüne Woche weiterempfehlen. Auch die Aussteller planen mehrheitlich ihre Rückkehr. Die nächste Ausgabe findet vom 15. bis 24. Januar 2027 statt – und eines ist jetzt schon klar: Berlin wird wieder grün.

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