Am vergangenen Freitag (05.06.26) fiel in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena der Startschuss für die Britpop Tour 2026 von Mr. Robbie “f*cking” Williams. Schon im Vorfeld war die Freude groß, schließlich gilt der Brite seit Jahrzehnten als einer der besten Entertainer der Musikbranche. Und tatsächlich lieferte er seinen Fans einen Abend voller Emotionen, Humor und großer Hits. Wer allerdings auf zahlreiche Songs seines neuen Albums gehofft hatte, wurde überrascht: Mit „Rocket“ schaffte es lediglich ein neuer Titel auf die Setlist. Ein paar andere wurden während der Umbaupausen vom Band gespielt.
Nur ein neuer Song, dafür jede Menge Klassiker
Nach dem Auftakt mit „Rocket“ konzentrierte sich Robbie Williams fast ausschließlich auf die Songs, die ihn weltberühmt gemacht haben. Die Zuschauer bekamen einen musikalischen Querschnitt durch seine Karriere geboten. Titel wie „Let Me Entertain You“, „Rock DJ“, „Feel“, „Come Undone“, „Love My Life“, „She’s The One“, „Supreme“ und „Kids“ sorgten für ausgelassene Stimmung in der ausverkauften Arena.
Dabei wurde schnell deutlich, dass die Britpop Tour weniger als Promotion für das neue Album gedacht ist, sondern vielmehr als große Feier seiner bisherigen Karriere. Das Publikum dankte es ihm und sang die meisten Songs lautstark mit.
Emotionale Momente mit Frank Sinatra und „My Way“
Neben den großen Partyhits gab es auch ruhigere und sehr persönliche Momente. Besonders berührend war die Interpretation von „My Way“. Viele Fans fühlten sich dabei sofort an Robbies legendären Auftritt in der Royal Albert Hall erinnert, bei dem er bereits seine Liebe zu den großen Entertainern vergangener Generationen zelebrierte.
Offene Worte über Mental Health und seinen Vater
Seit Jahren spricht Robbie Williams offen über seine psychischen Herausforderungen. Auch in Düsseldorf machte er daraus kein Geheimnis. Zwischen den Songs sprach er über Mental Health und darüber, wie wichtig es sei, über Probleme zu sprechen, anstatt sie zu verdrängen. Seine Familie habe ihn gerettet.
Besonders bewegend wurden seine Ausführungen, als er auf die Parkinson-Erkrankung seines Vaters zu sprechen kam. Diese persönlichen Einblicke verliehen dem Konzert eine besondere Nähe und machten deutlich, dass hinter dem Entertainer auf der Bühne auch ein Mensch mit Sorgen und Herausforderungen steht.
Robbie spricht mit KI mit seinem jüngeren Ich
Einer der außergewöhnlichsten Momente des Abends entstand durch den Einsatz moderner KI-Technologie. Auf den Videoleinwänden führte Robbie Williams ein Gespräch mit seinem jüngeren Ich.
Der junge Robbie erzählte voller Stolz, dass er Mitglied einer Boyband namens Take That sei und sicher sei, niemals Probleme mit Drogen oder Alkohol zu bekommen. Die Szene sorgte zunächst für Lacher, entwickelte aber schnell eine nachdenkliche Tiefe. Gerade weil die Zuschauer wissen, welche Höhen und Tiefen Robbie Williams später durchlebt hat, wirkte dieser virtuelle Dialog besonders eindrucksvoll.
Samu Haber als Vorband begeistert das Publikum
Bereits vor Robbie Williams sorgte Samu Haber für gute Stimmung in der Arena. Der ehemalige Sunrise-Avenue-Frontmann erzählte dem Publikum, dass er vor vielen Jahren einmal Vorband von Bon Jovi gewesen sei. Danach habe er sich eigentlich vorgenommen, nie wieder als Support-Act aufzutreten.
Als jedoch die Anfrage von Robbie Williams kam, habe er nicht lange überlegen müssen. Die Freude über die Einladung sei so groß gewesen, dass er sofort zugesagt habe.
„Angels“ und eine tanzende Menge, die auf einmal Dirty Dancing gröhlt
Natürlich durfte zum Abschluss der wohl größte Hit des Abends nicht fehlen. Bei „Angels“ verwandelte sich die Merkur Spiel-Arena in einen riesigen Chor. Tausende Fans sangen jede Zeile mit und sorgten für einen emotionalen Höhepunkt des Konzerts.
Doch auch nach dem letzten Song war die gute Stimmung noch lange nicht vorbei. Als die Stadionlichter angingen und „(I’ve Had) The Time of My Life“ aus den Lautsprechern erklang, tanzten zahlreiche Besucher singend Richtung Ausgang. Wer bereits frühere Robbie-Williams-Tourneen besucht hat, kannte dieses Ritual bereits. Dennoch funktionierte es auch diesmal wieder und sorgte für einen perfekten Ausklang des Abends.
Zur Parkplatzsituation
Rund um die Merkur Spiel-Arena wird die Parkplatzsituation regelmäßig diskutiert. Wir selbst hatten bei der An- und Abreise keinerlei Probleme und konnten das Gelände ohne größere Wartezeiten erreichen beziehungsweise verlassen.
Allerdings berichten andere Besucher in sozialen Netzwerken von längeren Staus und Verzögerungen nach Konzertende. Offenbar hing die Erfahrung stark davon ab, welchen Parkplatz man genutzt hat und zu welchem Zeitpunkt man die Arena verlassen wollte.
Fazit: Robbie Williams liefert genau das, was seine Fans sehen wollen
Der Auftakt der Britpop Tour 2026 in Düsseldorf war weniger eine Vorstellung neuer Musik als vielmehr eine große Feier von Robbie Williams‘ Karriere. Wer auf viele neue Songs gehofft hatte, dürfte etwas enttäuscht gewesen sein. Wer jedoch einen Abend voller Hits, Emotionen, Selbstironie und erstklassiger Unterhaltung erleben wollte, kam voll auf seine Kosten.
Robbie zeigte einmal mehr, warum er auch Jahrzehnte nach seinem Durchbruch noch zu den besten Live-Entertainern Europas zählt.


