Kurz vor der Sommerpause setzt die Tonhalle Düsseldorf noch einmal ein besonderes kulturelles Highlight. Mit dem außergewöhnlichen Projekt „Treeline“ verbindet der britische Komponist und Pianist Graham Fitkin Musik, Umweltbewusstsein und europäische Kulturgeschichte auf eindrucksvolle Weise. Am 4. Juli macht seine außergewöhnliche Konzertreise Halt in Düsseldorf und verwandelt die Tonhalle in einen Ort, an dem Bäume buchstäblich eine Stimme erhalten.
4.000 Kilometer auf dem Fahrrad durch Europas Wälder
Seit Mitte Mai ist Graham Fitkin mit dem Fahrrad unterwegs. Seine rund 4.000 Kilometer lange Route führt ihn von den letzten großen Urwäldern Rumäniens quer durch Europa bis nach Großbritannien. Auf seinem Weg besucht er insgesamt 20 Städte und Regionen, in denen er sein neues Werk „Treeline“ aufführt.
Die Reise ist dabei weit mehr als eine Konzerttournee. Fitkin folgt den Spuren der einst ausgedehnten europäischen Urwälder, deren Bestände im Laufe der Jahrhunderte immer weiter zurückgegangen sind. Mit seinem Projekt möchte er auf die Bedeutung dieser einzigartigen Naturräume aufmerksam machen und gleichzeitig ihre Geschichten musikalisch erzählen.
Wenn Bäume zu Instrumenten werden
Für die Komposition „Treeline“ arbeitete Fitkin mit zahlreichen Partnern in ganz Europa zusammen. Jede beteiligte Institution wählte einen besonderen Baum aus und stellte dem Komponisten Klangaufnahmen sowie Informationen über dessen Umgebung zur Verfügung. Dazu gehören Naturgeräusche, Aufnahmen aus dem Inneren der Bäume und weitere akustische Besonderheiten.
Diese Materialien flossen in das neue Werk ein und bilden die Grundlage einer Klanglandschaft, die Natur und Musik miteinander verschmelzen lässt. So entsteht ein einzigartiges Konzert, in dem die Stimmen der Bäume hörbar werden und die Zuhörer auf eine außergewöhnliche Reise durch Europas Wälder mitnehmen.
Düsseldorfs Beitrag: Der Blutahorn „Royal Red“
Auch die Tonhalle Düsseldorf beteiligt sich aktiv an dem Projekt. Für „Treeline“ wurden Geräusche und Klangaufnahmen des Blutahorns „Royal Red“ zur Verfügung gestellt. Der Baum wurde im Dezember 2022 von Chefdirigent Adam Fischer im Hofgarten gepflanzt – als sichtbares Zeichen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Rahmen eines besonderen Klimakonzerts der Düsseldorfer Symphoniker.
Die Klänge dieses Baumes sind nun Teil der Komposition und verbinden Düsseldorf mit den vielen weiteren Stationen der europaweiten Konzertreise.
Künstlerischer Spaziergang vor dem Konzert
Bereits vor dem eigentlichen Konzert erwartet die Besucher ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam mit Düsseldorfer Seniorinnen und Senioren hat Musikvermittlerin Katrin Sedlbauer über mehrere Monate hinweg eine musikalische Performance entwickelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laden das Publikum zu einem künstlerischen Spaziergang rund um den Blutahorn „Royal Red“ ein und eröffnen damit einen neuen Blick auf den Baum und seine Bedeutung.
Begleitet wird die Performance von einem Bläserquintett der Düsseldorfer Symphoniker. Die Musiker präsentieren dabei unter anderem Auszüge aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ und schaffen eine atmosphärische Verbindung zwischen Natur, Musik und Gemeinschaft.
Düsseldorfer Aufführung als besondere Premiere
Das Bläserquintett wirkt nicht nur bei der Performance mit, sondern ist auch Teil des anschließenden „Treeline“-Konzerts in der Rotunde der Tonhalle. Dadurch erhält die Düsseldorfer Station eine besondere Bedeutung innerhalb des Gesamtprojekts: Die Aufführung wird zur Uraufführung der speziell erweiterten Fassung des Werkes.
So entsteht ein Konzertabend, der internationale Kunst, lokale Beteiligung und das Thema Naturschutz auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.
Termin und Tickets
Das Konzert „Treeline“ findet am Freitag, 4. Juli, um 18 Uhr in der Tonhalle Düsseldorf statt. Karten sind zum Preis von 15 Euro erhältlich, ermäßigte Tickets kosten 5 Euro. Besucher dürfen sich auf einen außergewöhnlichen Abend freuen, der Musik und Natur auf ganz neue Weise erlebbar macht.


